Steckbrief Dünnfingergecko
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Allgemeine Informationen

  • Wissenschaftlicher Name: Stenodactylus sthenodactylus

  • Familie: Gekkonidae (Geckos)

  • Herkunft: Nordafrika und Arabische Halbinsel

  • Länder: Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Saudi-Arabien, Oman, Vereinigte Arabische Emirate

  • Lebensraum: Sand- und Kieswüsten, Dünenlandschaften, Halbwüsten; häufig unter Steinen, Sträuchern oder lockerem Sand

  • Besonderheit: Bodenbewohnender Gecko, extrem flink; perfekt angepasst an das Wüstenleben


Aussehen

  • Färbung: Sandfarben bis hellbraun mit unregelmäßigen dunklen Flecken; Bauch weißlich

  • Körperbau: schlank, lange Beine, großer Kopf im Verhältnis zum Körper

  • Besonderheiten: lange dünne Finger und Zehen für schnelles Laufen auf Sand; große Augen für nachtaktive Lebensweise


Lebensweise & Verhalten

  • Aktivität: nachtaktiv / dämmerungsaktiv

  • Verhalten: flink, scheu; Bodenbewohner, gräbt im Sand und flieht schnell bei Störung; ideal zur Beobachtung

  • Temperament: nicht handzahm; Einzelgänger oder in loser Nachbarschaft haltbar


Fortpflanzung

  • Geschlechtsreife: 6–12 Monate

  • Eiablage: 1–2 Eier pro Gelege; mehrere Gelege pro Jahr möglich; Eier werden im lockeren Sand oder unter Steinen vergraben

  • Inkubation: 45–60 Tage bei 28–30 °C

  • Jungtiere: selbstständig ab Schlupf, ca. 3–4 cm lang


Besonderheiten

  • Extrem schnell und agil, perfekt an Wüstenumgebung angepasst

  • Bodenbewohner, grabend und flink

  • Sehr scheu – direkte Handhabung nicht empfohlen


Fazit

Stenodactylus sthenodactylus ist ein kleiner, wendiger Sandgecko, ideal für Halter, die naturnahe Wüstenterrarien einrichten möchten. Durch seine Geschwindigkeit, Bodenbewohnung und nachtaktive Lebensweise bietet er faszinierende Beobachtungen, ist aber kein „Kuscheltier“. 🦎🌵


Wie sieht die Landschaft in der freien Wildbahn aus?


Gesetzliche Richtlinie:  vom 23. April 2008 (Stand am 1. Juni 2022)

für 2 Dünnfingergeckos = (6x KL Länge des Terrariums) x (6x KL Tiefe des Terrariums) x (2x KL Höhe des Terrariums)

 

für jedes weitere Tier = (2x KL Länge des Terrariums) x (2x KL Tiefe des Terrariums) zusätzlich

Berechnung: 7 cm KL: 42x42x14cm für jedes weitere Tier: 14x14cm

3) Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmequelle vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann, ausser bei Freilandhaltung.

4) Die klimatischen Bedingungen über das Jahr hindurch müssen so gewählt werden, dass eine Winter- oder Kältestarre oder eine Trockenruhe für alle Altersklassen erfolgen kann.

5) Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden.

7) Der Boden muss teilweise mit grabfähigem Substrat versehen sein, sodass die Tiere darin graben und, je nach Art, sich zurückziehen können.

9) Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein.


Geschlechtsunterschiede:

  1. Kloakenregion:

    • Männchen: Männliche Stenodactylus sthenodactylus haben eine sichtbare Kloake mit einer deutlichen Wölbung, die durch die Hemipenisschilde (männliche Fortpflanzungsorgane) verursacht wird. Diese Wölbung erscheint als kleine, runde Erhebung am Schwanzansatz.
    • Weibchen: Weibchen haben eine flachere Kloake ohne diese markante Erhebung. Es gibt keine sichtbaren Hemipenisschilde.
  2. Größe:

    • Männchen: Männliche Geckos sind in der Regel kleiner und schlanker als Weibchen.
    • Weibchen: Weibchen sind tendenziell größer und robuster. Während der Fortpflanzungszeit sind Weibchen oft noch deutlich dicker, insbesondere wenn sie Eier tragen.
  3. Färbung:

    • Männchen: Männliche Geckos können oft eine intensivere Färbung aufweisen, insbesondere an der Unterseite des Körpers und den Beinen, was bei der Balz hilft.
    • Weibchen: Weibchen haben eine etwas weniger auffällige Färbung und können auch blasser erscheinen.
  4. Verhalten:

    • Männchen: Männliche Geckos sind in der Regel aggressiver, besonders in der Fortpflanzungszeit. Sie kämpfen oft mit anderen Männchen um Territorien und Paarungspartner.
    • Weibchen: Weibchen sind weniger territorial und zeigen weniger aggressives Verhalten, es sei denn, sie fühlen sich bedroht.

Die Geschlechtsunterscheidung bei Stenodactylus sthenodactylus wird vor allem in der Reifephase deutlich, wenn die Tiere älter werden und die sekundären Geschlechtsmerkmale wie die Kloakenwölbung bei Männchen sichtbar werden.